Noch 1000 Jahre! SCHULEkonkret 16/03

Während des Vietnamkrieges vor 40 Jahren gingen in Laos mehr Bomben nieder als während des ganzen 2. Weltkrieges abgeworfen wurden. Von den 270 Millionen Streubomben sind mehr als 80 Millionen nicht explodiert und gefährden heute noch weite Gebiete des Landes. Man rechnet, dass 25% aller laotischen Dörfer betroffen sind. Laut Schätzungen sind 80% der landwirtschaftlich genutzten Flächen verseucht – dies in einem Land, dessen wichtigster Wirtschaftszweig die Landwirtschaft ist. Seit Ende des Krieges sind ca 30000 Personen getötet und gegen 25000 durch Blindgänger schwer verletzt worden.

Die MAG (Mines Advisory Group) versucht, in Ländern, welche vom Krieg heimgesucht waren, unter anderem, Landminen auszugraben, zu vernichten und so den Menschen sicheres Land zurückzugeben. (siehe auch http://www.maginternational.org) Aber das Suchen und Vernichten mit Bombendetektoren ist aufwändig und dauert sehr lange. Ohne gewaltige Fortschritte in der Technik wird es noch über 1000 Jahre dauern, bis alle Blindgänger ausgegraben und unschädlich gemacht worden sind.

Kurt Heller-Lindt
Redaktionsleitung SCHULEkonkret

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Bild: Ebene der Tonkrüge, Laos © Kurt Heller-Lindt, 2014 «Markierung der MAG: linke Seite: von Minen gesäubert »
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Wiese, Wiesen, Wiesn? SCHULEkonkret16/02

Wenn der Bayer auf der Wiesn trinkt, dann trinkt er eine Maß (mit ß). Eine Maß Bier natürlich, eine mit 5.8 bis 6.4 Volumenprozent Alkohol. Wenn er dies tut, tut er dies auch nicht alleine: Jährlich besuchen ca. 6 Millionen Menschen das Oktoberfest in München, das von Kritikern auch als nerviges Massenbesäufnis bezeichnet wird. Mit einer Wiese hat dies insofern zu tun, als dass 1810 anlässlich der Hochzeit zwischen Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese auf dieser später Theresienwiese genannten Wiese vor den Toren der Stadt ein Pferderennen stattfand, das sich in den Folgejahren zum Oktoberfest entwickelte.

Wenn die Biene dagegen auf der Wiese trinkt, dann trinkt sie Nektar. Und der muss möglichst süss sein, weil er dann auch mehr Energie enthält. Wenn sie dies tut, dann tut sie dies auch nicht alleine. Wenn auch der Bienenbestand jährlich zurückgegangen ist, besuchen immer noch Millionen von Bienen unsere Wiesen. Dabei bevorzugen sie artenreiche Trockenwiesen und-weiden. Pro Natura engagiert sich mit der Kampagne «Flower Power» für den Schutz und die Förderung artenreicher Wiesen und Weiden.

Die Wiesn dagegen füllt sich alle Jahre – auch ohne Förderungskampagne.

Kurt Heller-Lindt
Redaktionsleitung SCHULEkonkret

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Ein Loch, das Milliarden verschlingt

Für den Bau einer zweiten Gotthardröhre und die Sanierung des bestehenden Loches sind insgesamt 2,8 Milliarden Franken vorgesehen. Laut Doris Leuthard ist ein zweites Loch unumgänglich, weil der Tunnel saniert werden muss. Obwohl der Bundesrat und das Parlament einer zweiten Röhre bereits zugestimmt haben, kommt das Projekt am 28. Februar 2016, fast genau 21 Jahre nach der Abstimmung über die Alpen-Initiative, vors Volk. Bringt dieses Vorhaben mehr Sicherheit oder aber eine schleichende Kapazitätserhöhung? Wir entscheiden über den Bau des teuersten Loches der Schweiz!
Wenn es nach den Kindern im Kanton Bern ginge, würde «mehr Geld für Schulen, denn für Autobahnen» eingesetzt. In der 35. Session des Kinderparlamentes der Stadt Bern diesen März erachteten die Kinder die Schulbildung als sehr wichtig für den Kanton Bern. Es seien in den letzten Jahren Schulstunden gekürzt worden. Für die Kinder ist dies eine Folge der beschlossenen Senkung der Motorfahrzeugsteuern im Kanton und dem daraus entstandenen Loch in der Kantonskasse.
Was könnte in der Bildung nicht alles gemacht werden mit den 2,8 Milliarden Franken!

Kurt Heller-Lindt
Redaktionsleitung SCHULEkonkret

Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Toblerone aus dem Wallis?

Nein, die Toblerone kommt nicht aus dem Wallis! Aber die Form erinnert stark an das Matterhorn, das allerdings erst seit 2000 auch auf der Packung abgebildet ist. (Übrigens: Haben Sie schon einmal bemerkt, was im Matterhornbild versteckt ist?)

In Zusammenhang mit dem 200-Jahr-Jubiläum des Beitritts des Kantons Wallis zur Eidgenossenschaft hat das Redaktionsteam in der Nummer 8 von SCHULEkonkret zahlreiche Beiträge zum Wallis, seiner Geschichte und seinen Besonderheiten zusammengestellt. Nebst Typischem, wie Safran, dem Matterhorn, Suonen und Bisses, dem Tiitsch usw. sind wir dabei auch auf den Hund, Barry, gekommen und eben auf die Toblerone gestossen.

1980 hat sich auch der aus Vira stammende Künstler Peter Travaglini (2.3.1927–31.1.2015) mit typisch Schweizerischem wie der Toblerone (Bild) beschäftigt.

Kurt Heller-Lindt
Redaktionsleitung SCHULEkonkret

Foto: Kurt Heller-Lindt
Travaglini Peter, Toblerone, Aluguss
aus der Ausstellung «Metall» im Tramdepot Burgernziel Bern, 13.9–15.11.2015

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Lassen Sie sich beschenken

Die Brockhaus-Enzyklopädie beschreibt das Geschenk als «die ohne Entgelt dargereichte Sache ohne Absicht auf Gegen­leistung».
Eigentlich kommt «schenken» von «ein Gefäss schräg halten und etwas auslaufen lassen». Im Mittelalter war es weit verbreitet, dass man einem müden, durstigen Wanderer etwas zu Trinken einschenkte. Das Ausschenken hatte also damals die Bedeutung von Geben, Darreichen. Beliebte Geschenkanlässe sind heute Feste und Feiern, wie Taufe, Geburtstag, Muttertag, Ostern, Weihnachten, Hochzeit, eine bestandene Prüfung, ein Jubiläum oder sogar eine Bestattung.
Eine besondere Tradition, die in den letzten Jahren wieder vermehrt auch an Schule aufgekommen ist, ist das Wichteln, eine alte Tradition aus der Vorweihnachtszeit. Ein Wichtel ist eine Sagengestalt aus dem Norden, welche Gutes tut und den Menschen hilft.
Das Redaktionsteam hat sich in vielfältiger Form mit dem Schenken auseinandergesetzt. Lassen Sie sich in doppelter Form beschenken; mit den zahlreichen Ideen im Heft und mit einem Sonderheft zum Jubiläum SCHULEkonkret.

Kurt Heller
Redaktionsleitung SCHULEkonkret

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ITALIA 2015

…15
1315 besiegten die Eidgenossen am Morgarten Herzog Leopold von Habsburg, 1415 wurde das Gebiet des heutigen Kan­tons Aargau besetzt und 1515 wurden die Eidgenossen in Marignano von venezianischen und französischen Truppen geschlagen. 1815 garantierten die europäischen Mächte die Neu­tralität und territoriale Integrität der Schweiz. Heute 2015 macht die Schweiz wieder von sich Reden, mit ihrem Pavil­lon mit dem Thema «Nutrire il pianeta, energia per vita» (den Planeten ernähren, Energie für das Leben). Mit der freien Abgabe von Apfelringli, Kaffe- und Salzpäckchen so­wie Trinkwasser will die Schweiz das Thema Nachhaltigkeit veranschaulichen. Wie nötig dies ist, zeigt die Tatsache, dass bereits nach 17 Tagen ein Viertel des Trinkwasser weg war.
Zu hoffen ist, dass der Pavillon an der Expo in Mailand, wenn er auch nicht in die Geschichte eingehen wird, Be­ach­tung findet, und die Besucher/-innen beginnen, über ihr Konsum­ver­halten nachzudenken.
Das Redaktionsteam hat sich die Expo 2015 in Mailand zum Anlass genommen, sich mit ITALIA zu befassen.
Buon viaggio!

Kurt Heller-Lindt
Redaktionsleitung SCHULEkonkret
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Ausserschulische Lernorte

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Typisch

Der Lehrer nimmt den Bach durch.
Er zeigt ein Bild.
Er zeichnet an die Wandtafel.
Er beschreibt.
Er schildert.
Er erzählt.
Er schreibt auf.
Er diktiert ins Heft.
Er gibt eine Hausaufgabe.
Er macht eine Prüfung.
Hinter dem Schulhaus fließt munter der Bach vorbei.

Vorbei.
(Schulmann 1973 in: Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung 1991, S.29)

Außerschulisches Lernen heißt, dass Lerninhalte, -ziele und Problemstellungen dort bearbeitet werden, wo man sie unmittelbar sehen, beobachten und befragen kann. Es wird eine reale Begegnung mit dem dreidimensionalen, lebendigen Lerngegenstand möglich. Die Schüler/-innen können sich in Museen, Erlebnispfaden, Themenwegen, Zoos, in der Natur,… handelnd mit der Sache auseinandersetzen, anstatt sie nur visuell zu erfassen.
Mehr zu «Ausserschulische Lernorte» von Marco Adamina unter: www.faechernet.erz.be.ch => NMM Planungshilfen => ausserschulische Lernorte
Eine Hochblüte hat das Verlassen des Schulgebäudes und das Unterrichten ausserhalb des Schulzimmers in der Reformpädagogik erlebt. Alle Reformer legten dabei grossen Wert auf den tätigen Umgang mit Gegenständen des Unterrichts. John Dewey zum Beispiel forderte, dass Lehrpersonen als Autoritätspersonen abgeschafft werden sollten, zugunsten von Beraterinnen und Beratern beim Wissenserwerb. In Werkstätten und Schulgärten erfolgte das Lernen selbsttätig mit vielfältigen Materialien. Exkursionen und Lehrgänge gehörten für Dewey zum Schulalltag.
Wann waren Sie zuletzt mit Ihrer Klasse draussen? Unser Heft bietet Ihnen vielfältige Ideen zum Verlassen des Schulzimmers. Bieten Sie den Kindern originale Begegnungen mit der Wirklichkeit!

Kurt Heller-Lindt
Redaktionsleitung SCHULEkonkret
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